Auktionen für Domainnamen
Auktionen sind dort sinnvoll, wo mehrere Interessenten denselben Namen wollen. Sie ersetzen die Verhandlung durch ein Verfahren mit festem Ende und machen den Preis öffentlich.
01Formen
- Verkäuferauktion. Ein Inhaber stellt seinen Namen für einen festen Zeitraum ein, oft mit Mindestgebot.
- Löschauktion. Ein Name wird nicht verlängert und vor der Freigabe versteigert.
- Backorder. Mehrere Interessenten beauftragen den Zugriff auf denselben ablaufenden Namen, danach entscheidet eine Auktion unter ihnen.
- Nachverkauf. Nicht verkaufte Namen bleiben nach der Auktion zu einem festen Preis stehen.
02Ablauf einer Löschauktion
- Der Inhaber verlängert den Namen nicht.
- Der Name geht in eine Kulanzfrist, in der nur der bisherige Inhaber ihn zurückholen kann.
- Danach folgt bei vielen Endungen eine Sperrfrist vor der endgültigen Freigabe.
- Plattformen sammeln in dieser Zeit Aufträge und versteigern den Zugriff.
- Der Gewinner erhält den Namen, sobald die Registrierung wieder möglich ist.
Die Fristen unterscheiden sich je nach Endung deutlich. Bei .de gibt es kein mehrstufiges Verfahren wie bei .com, ein nicht verlängerter Name wird nach dem Übergang in den Status ohne Anbieter wieder frei. Einzelheiten pro Endung unter Endungen.
03Bieten mit Verstand
- Ein Höchstgebot vor Beginn festlegen und nicht während der Auktion erhöhen.
- Die Vorgeschichte des Namens prüfen, bevor geboten wird.
- Marken- und Namensrechte prüfen.
- Die Nachgebotsfrist einkalkulieren, die viele Plattformen bei späten Geboten anhängen.
- Prüfen, wer den Namen nach dem Zuschlag hält und wie er übertragen wird.
Auktionen erzeugen Zeitdruck, und Zeitdruck erzeugt Gebote, die am nächsten Tag niemand mehr abgeben würde. Ein vorher notiertes Höchstgebot ist der einzige verlässliche Schutz dagegen.
04Auktion oder Verhandlung
Eine Auktion lohnt sich, wenn mehrere Interessenten bekannt sind oder der Name auf einer Löschliste steht. Bei einem Namen mit genau einem plausiblen Käufer bringt sie nichts: das Verfahren zeigt dann nur, dass es keinen Wettbewerb gibt. In diesem Fall ist die direkte Ansprache über einen Marktplatz mit Gebotsfunktion der bessere Weg, siehe Marktplätze.