Domainhandel: wie der Markt aufgebaut ist
Jeder freie Name lässt sich zum Listenpreis der Registrierungsstelle sichern. Interessant wird der Markt erst dort, wo ein Name bereits vergeben ist. Dann entscheidet nicht mehr eine Preisliste, sondern eine Verhandlung zwischen zwei Parteien.
01Erstmarkt und Zweitmarkt
Im Erstmarkt vergibt eine Registrierungsstelle freie Namen über angeschlossene Registrare. Für .de ist das die DENIC, für .com und .net die Registry Verisign, für .eu die EURid. Der Ablauf ist standardisiert: Name frei, Antrag gestellt, Name vergeben. Ein Wettbewerb um denselben Namen entsteht dort selten.
Der Zweitmarkt umfasst alles, was danach passiert. Rund um die Hälfte aller wirtschaftlich brauchbaren Wortkombinationen ist in den etablierten Endungen längst registriert. Wer einen dieser Namen haben will, muss den bisherigen Inhaber überzeugen. Der Preis ergibt sich aus dem, was ein Käufer zu zahlen bereit ist, und aus dem, was der Inhaber ohne Verkauf verliert.
02Wer auf dem Markt aktiv ist
- Endnutzer suchen einen Namen für ein konkretes Projekt und kaufen meist genau einmal.
- Unternehmen kaufen defensiv: Schreibvarianten, benachbarte Endungen, der Name eines neuen Produkts.
- Investoren halten Portfolios und verkaufen über Jahre einen kleinen Teil davon.
- Vermittler und Marktplätze bringen beide Seiten zusammen und sichern die Abwicklung ab.
- Registrare verwalten die Registrierung und führen den technischen Transfer aus.
03Wie ein Name den Besitzer wechselt
- Der Inhaber macht den Namen sichtbar, meist über eine Angebotsseite auf dem geparkten Namen.
- Ein Interessent gibt ein Gebot ab oder fragt den Preis an.
- Beide Seiten einigen sich auf Preis, Zahlungsweg und Übergabetermin.
- Das Geld geht auf ein Treuhandkonto, nicht direkt an den Verkäufer.
- Der Name wird an den Registrar oder in das Konto des Käufers übertragen.
- Nach bestätigter Übertragung wird die Zahlung freigegeben.
Der Schritt mit dem Treuhandkonto ist der einzige, der sich nicht abkürzen lässt. Alles andere ist Verhandlungssache, die Reihenfolge von Geld und Name ist es nicht. Mehr dazu unter Treuhand.
04Warum Preise so weit auseinanderliegen
Zwei Namen mit derselben Zeichenzahl in derselben Endung können völlig unterschiedlich bewertet werden. Entscheidend ist, wie viele Unternehmen den Namen als ihren eigenen empfinden würden. Ein kurzes, aussprechbares Wort mit klarer Bedeutung hat viele mögliche Käufer, eine Buchstabenfolge ohne Bedeutung praktisch keine. Die Bandbreite erklärt sich also nicht über den Namen selbst, sondern über die Nachfrage dahinter. Die einzelnen Faktoren stehen unter Wertfaktoren.
05Wo die Namen angeboten werden
Ein Name, den niemand sieht, wird nicht verkauft. Üblich ist deshalb eine Kombination aus einer Angebotsseite auf dem Namen selbst und einem Eintrag auf einem Marktplatz, der von Käufern durchsucht wird. Tappaya übernimmt beides: Parken, Angebotsseite und Vermittlung mit Treuhandabwicklung. Der öffentliche Bestand ist unter https://www.tappaya.com/domains-for-sale einsehbar.